Jahres-
bericht
2017

Wir blicken auf ein schwungvolles Jubiläumsjahr zurück

In der Generalversammlung 2017 habe ich das Amt der Präsidentin der Vereinigung von Dr. Renato Fassbind übernommen und danke Ihnen, liebe Mitglieder, für Ihr Vertrauen, das Sie mir mit dieser Wahl entgegengebracht haben. Diese Aufgabe ist mir Freude und Verpflichtung zugleich.

Ich verstehe unseren Verein als vollumfänglich der Unterstützung des Kunsthauses verpflichtete mäzenatisch tätige Institution. Gleichzeitig tritt sie nach aussen als Vermittlerin von Kunst und Kultur auf und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Zürcher Kulturleben. Noch einmal erinnere ich an das vom bekannten Germanisten und Schriftsteller Peter von Matt geäusserte Diktum über das kulturelle Leben in Zürich: «Es ist gross, gegenwartsbezogen, trendbewusst und trendsicher, zugleich auch geprägt von einem lebendigen kulturellen Gedächtnis» (Zitat aus einem Interview in der NZZ vom 31.12.2012). Was erwarten wir als Mitglieder dieser Institution, als Unterstützer – oder eben Mäzene? Über den geistigen Genuss hinaus möchten wir unsere eigene kulturelle Identität fördern und einen vertieften Zugang zur Kultur eröffnen. Aber natürlich wollen wir uns auch mit Gleichgesinnten austauschen, wir wollen Spass haben und uns freuen! Lassen Sie mich nun auf das Berichtsjahr und auf das in diesem begangene hundertjährige Jubiläum der Vereinigung Zürcher Kunst freunde zurückblicken: Mit einem schwungvollen Jubiläumsfest durften wir mit Ihnen die hundertjährige Erfolgsgeschichte der Zürcher Kunstfreunde am 23. September 2017 feiern.

«Ohne Ihre Unterstützung, Begeisterung und Treue
wäre eine solche Bilanz nicht möglich.»

Mit einer eigens konzipierten Klang- und Lichtcollage wurde im exklusiv für diesen Abend aufwendig und fantasievoll inszenierten Vortragssaal zum festlichen Auftakt gebeten. Nach einer musikalisch künstlerischen Performance, im grossen Saal und in festlicher Beleuchtung konnten wir dann mitten in der höchst originellen Ausstellungspremiere «Cantastorie» in ausgelassenem und von einem Orchester und dem DJ David Suivez begleiteten Rahmen die Kunst, das Leben und die Freundschaft feiern. Dies alles an der längsten Bar der Stadt mit freiem Blick auf den Pfauen und den imposanten, im Entstehen begriffenen Erweiterungsbau des Kunsthauses. Impressionen dieses feierlichen Abends finden Sie in diesem Jahresbericht. Die Kunstfreunde haben in den vergangenen 100 Jahren insgesamt 651 Werke für die Sammlung des Kunsthauses erworben. Einige Beispiele finden Sie im Jahresbericht abgebildet. Im Gründungsjahr 1917 erwarb man Hodlers «Selbstbildnis», 1954 «Homme qui chavire» von Alberto Giacometti, 1982 Bacons Triptychon «Three Studies of the Male Back», und 1995 Cuno Amiets «Sonnenflecken». Aus diesem Bestand hat das Kunsthaus im Jubiläumsjahr von Mai bis Juni unter dem Titel «Accrochage» 50 Werke in der Sammlung speziell gekennzeichnet und so das Engagement der Kunstfreunde im ganzen Haus sichtbar gemacht. Als Präsidentin dieses grossartigen Vereins halte ich an dieser Stelle gerne inne und sage Ihnen, liebe Mitglieder der Kunstfreunde, von Herzen Dank, denn ohne Ihre Unterstützung, Ihre Begeisterung und Ihre Treue wäre eine solche Bilanz nicht möglich.

Im Jubiläumsjahr konnten wir auch die neue Webseite www.kunstfreunde-zuerich.ch aufschalten. Für diese haben wirzahlreiche positive Rückmeldungen erhalten und wir sind mit dem frischen und übersichtlichen Auftritt sehr zufrieden. Die Webseite wird immer auf dem neuesten Stand gehalten und mit neuen exklusiven Kunstanlässen und weiteren Informationen zum Programm ergänzt. 2016 haben wir das wichtige Werk «La Malade» von Félix Vallotton aus dem Jahr 1892 erwerben können. Es war das bedeutendste, noch im Privatbesitz befindliche Frühwerk des Malers. Damit besitzen die Kunstfreunde drei Werke von Vallotton. Der Ankauf hat beträchtliche Mittel gebunden, sodass wir im Berichtsjahr keinen Ankauf für die Sammlung getätigt haben. Hinzu kommt, dass wir Mittel äufnen wollen, um anlässlich der Eröffnung des Erweiterungsbaues im Jahre 2020/21 einen grösseren Kunsterwerb finanzieren zu können.

Nach fast drei Dekaden haben wir per 1. Januar 2017 die Mitgliederbeiträge erhöht und mit der «Paarmitgliedschaft» eine neue Mitgliedskategorie eingeführt. Trotz der Erhöhung mussten wir nur vereinzelt Kündigungen entgegennehmen und wir freuen uns sehr über Ihre Treue.

Auch bei den Jungmitgliedern gab es viele positive Neuigkeiten. So hat sich im Berichtsjahr aus eigenen Reihen eine Gruppe engagierter Jungmitglieder formiert: es steht ein Generationswechsel an, der gleichermassen für die Fortführung der Tradition wie aber auch für Erneuerung mit zeitgemässen eigenen Ideen und einem eigenen Programm stehen wird. Auch die Heraufsetzung der Altersgrenze auf 40 Jahre für Jungmitglieder hat zu einem höchst erfreulichen Zuwachs von Mitgliedern geführt.

«So hat sich im Berichtsjahr aus eigenen Reihen eine Gruppe engagierter Jungmitglieder formiert.»

Am Ende des Jahres 2017 zählen wir 782 Mitglieder, darunter 79 Jungmitglieder und 32 Paarmitgliedschaften. Die Gruppe Junge Kunst hat im Berichtsjahr ihre Sammlung mit einem Werk der US-amerikanischen Künstlerin Joan Jonas, die als wegweisend für Performance und Videokunst gilt, vergrössert. Der nachfolgende Bericht der Gruppe Junge Kunst von Mirjam Varadinis geht auf die Neuerwerbung ein. Zu den Veranstaltungen: Die drei Abende mit den geführten Ausstellungsbesichtigungen und dem Apéro im Kunsthaus fanden wieder viel Anklang. Diese exklusiven Kunstführungen sind sehr beliebt und es ist schön, das gesellige Zusammensein der Kunstfreunde an den Anlässen beobachten zu können. Daisy Bruppacher und Maria Larsson haben wieder vielseitige und inspirierende Kunstreisen zusammengestellt. Einer wachsenden Beliebtheit erfreut sich die neue Reihe: «Zu Besuch bei Zürichs Künstler/Innen». Im 2017 waren wir bei Martina von Meyenburg, Mayo Bucher (wo wir ebenfalls die Nachlässe von Heidi und Carl Bucher sehen konnten), und Shirana Shabazi zu Besuch. Ausserdem bot sich uns die Gelegenheit, das sonst der Öffentlichkeit nicht zugängliche Depot der Privatsammlung «Press Art» von Peter und Annette Nobel zu erkunden. Ich danke an dieser Stelle den beiden Organisatorinnen im Namen des ganzen Vorstandes für ihre Zeit, ihre engagierte Arbeit und ihre anhaltende Inspiration. Wir alle warten stets mit Spannung auf das neue Jahresprogramm, welches immer auch auf unserer Webseite www.kunstfreunde-zuerich.ch zu finden ist und laufend aktualisiert wird.

Einen Jahresbericht zu verfassen heisst immer auch zu danken, denn alles, worüber wir schreiben, ist nur durch die Zusammenarbeit von vielen möglich: Dr. Christoph Becker, dem Direktor des Kunsthauses, mit seinem Kuratorenteam für das vielseitige anregende Programm, Christa Meienberg für die immerwährende organisatorische Unterstützung seitens des Kunsthauses, unseren Mitgliedern für ihre Grosszügigkeit, Daisy Bruppacher und Maria Larsson für ihre enorme Tatkraft, meinen Kollegen im Vorstand für ihr kompetentes Mitwirken, unserer Geschäftsführerin Alexandra Koller Boskovski für ihre engagierte Mitarbeit sowie dem Redaktionsteam dieses Geschäftsberichtes und der Kommunikationsagentur Wunderland aus Zürich für die ansprechend gestaltete Ausgabe.

Ich freue mich auf ein Wiedersehen mit Ihnen und wünsche
Ihnen viel Spass bei der Lektüre.

Ihre Präsidentin
Gitti Hug